1. Juni 2017 – Peschka + Schlembach

Zwei der erfolgreichsten Vertreter_Innen hochwertiger  österreichischer Literatur präsentierten ihre aktuellen Bücher in einer gemeinsamen Veranstaltung am 1. Juni 2017 beim RIEGLER:
 
Karin Peschka und Mario Schlembach.

Aktuelle österreichische Literatur hoher Qualität, sogar mit lokalem Bezug zum Bezirk Bruck, die gleichzeitig auch einen hohen Unterhaltungswert mitbringt, ganz persönlich präsentiert: Das war ein toller Abend!

Im ersten Teil des Abends hat Karin Peschka aus ihrem aktuellen Buch gelesen:

Karin Peschka
FanniPold
309 S. •  €21,00 • Otto Müller

Karin Peschka erzählt die Geschichte von Fanni, die in einem langsam vor sich hin sterbenden Dorf die ewig gleiche Routine nicht mehr erträgt.

Sie greift  zu einer Lüge:
Sie habe Krebs. Schon mit Metastasen.

Die Lüge führt zu weiteren Lügen, zu Wahrheiten und zum tatsächlichen Absturz: Ein Tandemflug endet in einem Tannenwipfel, Poldi und Fanni müssen auf Hilfe warten.

Absurd, findet Fanni.
Aber auch nicht absurder als ihr bisheriges Leben.

Nach einer Pause war Mario Schlembach an der Reihe:

Er hat zunächst ein interessantes und humorvolles Video über die Entstehung seines Romans gezeigt und dann aus dem Buch vorgelesen.

Mario Schlembach
Dichtersgattin
227 S. •  €20,00 • Otto Müller

Mario Schlembach – aus der Marktgemeinde Sommerein im Bezirk Bruck an der Leitha – erzählt die Geschichte von Hedwig in Form eines Monologs der immer mehr Frustrierten.

Um ihren Mann Hubert zum größten Dichter seiner Zeit zu machen, hat Hedwig alles geopfert. Sie hat Hubert aus der tiefsten Provinz „gerettet“ und in die hohe Wiener Kulturgesellschaft eingeführt – aber aus dem erhofften „Opus Magnum“ wird nichts …

Ein Roman über unerfüllte Lebenssehnsüchte, der in einem gewitzten Sprachakt die österreichische Kulturgeschichte satirisch durchleuchtet, und nicht zuletzt eine Hommage an die oftmals im Schatten gebliebenen Stimmen der Literatur.

Für alle die dabei waren hat es interessante Einblicke in die aktuelle österreichische Literatur gegeben, man konnte Autorin und Autor unmittelbar erleben, ihnen beim Interpretieren der eigenen Texte zuhören und zusehen
und zum Bespiel bemerken, dass beide sehr sympathisch sind.

Es war keinerlei Grund auszunehmen, warum man sich nicht näher mit Literatur beschäftigen sollte …

Der Abend war jedenfalls ein echter Gewinn – und die Unterhaltung mit den zwei Autor_Innen hat noch bis spät in den Abend hinein gedauert.

Alle Bilder © 2017 Hubert Nowotny, www.gemmaschaun.at.